19. Juli 2018

Team GamerLegion im Interview: “Scharran” zu seiner Tätigkeit als Headcoach

Dominik “Scharran” Agethen ist erst vor kurzem unser Headcoach geworden. Zuvor war er auch schon für Aequilibritas-eSports als Coach/Analyst tätig.

Du bist nun eine längere Zeit unser Headcoach. Wie gefällt dir das Line-Up und die Zusammenarbeit mit dem Team?

Im Großen und Ganzen bin ich mit dem Line-Up ziemlich zufrieden und denke nach wie vor, dass wir auf jeder Rolle kompetente Spieler haben. Ich bin auch der Meinung, dass diesen Split mehr drin gewesen wäre, wenn einige Sachen anders gelaufen wären und ich mich anfangs besser rein gefunden hätte.

Wie gehst du mit den Veränderungen von League of Legends um und was denkst du über die Patches?

An und für sich sind große Meta-Shifts ja nicht unbedingt schlecht für das Spiel. Sachen wie Gold-Funneling, Laneswaps oder die derzeitige Botlane-Meta geben Teams die Möglichkeit auf manche Situationen besser zu reagieren.
Wenn man sich zum Beispiel die Zeit anguckt, wo Laneswaps relevant waren, so konnten Teams wie Fnatic Schwächen bzw. das starke Lategame von Rekkles besser ausspielen, indem sie, anstatt schlechte Botlane-Matchups zu nehmen, diese Phase “übersprungen” haben; und so ähnlich sehe ich das in der aktuellen Season.
Auch wenn Gold-Funneling für die SoloQ ein Problem ist, ist es für Teams interessant, und vor allem: Nicht komplett broken.
Ich denke auch nicht, dass der Großteil der ESL-Meisterschafts-Teams viel Zeit aufbringen müsste, um auf Gold-Funneling reagieren zu können.

Aber um auf die eigentliche Frage zurück zu kommen:
Meta-Changes halten das Spiel interessant und attraktiv. Auch wenn manche Sachen für SoloQ-Spieler “broken” erscheinen, so können diese Änderungen eine Möglichkeit sein - solange man dagegen spielen kann und es nicht so dermaßen overpowered ist, dass man deutlich geringere Chancen hat, nur weil Champion X oder Comb Y gedrafted wurden.
Dennoch denke ich, dass Riot inzwischen viel zu viele kleine, belanglose oder undurchdachte Patches rausbringt, anstatt monatliche Patches zu veröffentlichen, welche dem Spiel tatsächlich helfen.

Hast du einen festgelegten Coaching-Plan? Was sind deine liebsten Methoden des Coachings?

An sich muss man mit jedem Team anders umgehen, weil jeder Spieler/Analyst natürlich unterschiedlich tickt/funktioniert und unterschiedliche Schwächen und Stärken hat.
Das heißt: Im Normalfall achte ich drauf, dass ich sowas am Anfang des Splits festlege, um darauf den Verlauf der Drafts und den Trainingsplan aufzubauen.
Wenn das erledigt ist, wird die Kommunikation angegangen, da Macrogame ohne Kommunikation nicht funktioniert. Wenn das dann steht, ändert sich die Schedule meistens etwas und Scrim/VOD Tage sind flexibler, je nachdem was relevanter ist und wie viel Zeit Spieler/Staff haben; für individuelle Coachings plane ich normalerweise einen Tag ein.

Hm.. eine wirkliche “Lieblingsmethode” habe ich nicht, da eingleisig fahren beim Coaching nicht funktioniert - denke ich. Die richtige Mischung zählt.

Das letzte Spiel gegen EYES ON U verlief 2:0. Was konntest du aus der Begegnung mitnehmen?

Einerseits bin ich froh über das Resultat gegen EYES ON U. Vor allem weil wir in der Lage waren die Sachen, an denen wir die letzte Zeit gearbeitet haben, umzusetzen. Aber wie man gesehen hat, ist da noch sehr viel Spielraum nach oben; vor allem die individuellen Fehler müssen wir angehen. Ich bin trotzdem mehr als zufrieden mit unserer Performance und hoffe, dass wir darauf aufbauen können.

Nächste Woche treffen wir auf Euronics Gaming. Wie schätzt du die Begegnung ein?

Während es natürlich schön wäre Punkte gegen ESG mitzunehmen, so sind die Chancen doch relativ gering. Im Endeffekt haben wir bis jetzt nicht wirklich viel gezeigt, während ESG verdient Erfolge gefeiert und Progress gezeigt hat; wenn man mal zum ersten Spieltag zurückdenkt und das mit deren momentaner Performance vergleicht.

Der Split neigt sich schon bald dem Ende zu. Es sind nur noch zwei Spieltage, an denen wichtige Punkte zu holen sind. Was sind deine Ziele in dem Split und inwiefern konntest du sie noch erreichen?

Da ich eher aus der Not gedrungen dem Team beigetreten bin und nicht wusste worauf ich mich einlasse, lag mein Hauptaugenmerk eher darauf, den Leuten, mit denen ich arbeite, helfe weiter zu kommen, bzw. sich zu steigern. Was ich glaube, bis jetzt, bedingt geschafft habe.
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